Ein Derby als klare Angelegenheit

CERATONIA Volleys feiern souveränen Heimsieg

Das mit Spannung erwartete Derby zwischen den CERATONIA Volleys Eltmann und dem SV Schwaig entwickelte sich zu einer überraschend klaren Angelegenheit. Nach einem kurzen holprigen Beginn übernahm Eltmann zunehmend die Kontrolle und feierte einen verdienten Sieg, der zu keinem Zeitpunkt ernsthaft gefährdet war.

Eltmann findet schnell zu seinem Spiel

Vor der Begegnung richtete sich der Blick zunächst auf die Reaktion der Mannschaft nach der knappen 2:3-Niederlage gegen Gotha. Gleichzeitig war lange offen, ob Kapitän Melf Urban rechtzeitig für das Derby zur Verfügung stehen würde. Dank der professionellen Unterstützung von Physiotherapeut Johannes Pfäffle, der unter der Woche einmal mehr großen Einsatz zeigte, konnte Trainer Chris Nowak personell nahezu aus dem Vollen schöpfen. So standen mit Urban, Tobias Werner, Philipp Oster und Johannes Engel gleich mehrere Spieler in der Startformation, die im Rahmen des von Nowak’schen Rotationsprinzips gegenüber der Vorwoche in die Anfangsaufstellung rückten. Zu Beginn benötigten die Gastgeber einige Minuten, um richtig in die Partie zu finden. Mehrere vermeidbare Eigenfehler sorgten zunächst für einen etwas holprigen Start. Mit zunehmender Spieldauer stabilisierten sich die CERATONIA Volleys jedoch und konnten sich bereits zur Satzmitte entscheidend absetzen. Ein ähnliches Bild bot sich den treuen Eltmanner Fans auch im zweiten und dritten Durchgang. Während die Anfangsphasen zunächst ausgeglichen verliefen, ließ sich die Mannschaft von Trainer Chris Nowak im weiteren Verlauf nicht aus der Ruhe bringen. Mit einer engagierten und konzentrierten Spielweise erhöhten die Gastgeber jeweils rechtzeitig den Druck und erspielten sich erneut ab Satzmitte klare Vorteile. Selbst die zehnminütige Pause nach dem zweiten Satz brachte die Hausherren diesmal nicht aus dem Rhythmus, sodass der fast schon traditionelle Einbruch nach der Pause aus Schwaiger Sicht an diesem Abend vergeblich auf sich warten ließ.

Gerken setzt nach Einwechslung sofort Akzente

Eine personelle Veränderung wurde im Verlauf der Begegnung dennoch notwendig, als Philipp Oster über Beschwerden im Halswirbelbereich klagte. Unter dem frenetischen Jubel des eigens aus Aligse angereisten Fanclubs von Benedikt Gerken und Tim Gebauer übernahm Gerken gegen Ende des zweiten Satzes die Regie im Zuspiel.

Während die Anhänger mit lautstarken Sprechchören immer wieder auch den Einsatz von Youngster Tim Gebauer einforderten, blieb Trainer Chris Nowak seiner Linie treu und ließ sich nicht umstimmen. Gerken dankte es mit einer starken Vorstellung, drei spektakulären Blocks und den gewohnt kreativen Ideen im Spielaufbau, die maßgeblich dazu beitrugen, dass Eltmann seinen Vorsprung souverän ins Ziel brachte. Besonders stark präsentierte sich erneut Aaron Neumann. Wie bereits in den vergangenen Wochen stellte der Außenangreifer die Schwaiger Annahme mit seinen druckvollen Aufschlägen immer wieder vor große Probleme. Doch nicht nur im Service wusste der Neuzugang zu überzeugen. Auch in Annahme, Block, Abwehr und Angriff zeigte Neumann einmal mehr eine starke und äußerst komplette Leistung. Die Wahl zum wertvollsten Spieler der Partie fiel daher wenig überraschend erneut auf den sympathischen Außenangreifer, der sich längst zu einer der tragenden Säulen im Eltmanner Spiel entwickelt hat.

Breiter Kader überzeugt auf allen Positionen

Neben dem klaren Ergebnis war vor allem die personelle Flexibilität eine der wichtigsten Erkenntnisse des Abends. Eltmann konnte auf sämtlichen Positionen rotieren, ohne dass ein erkennbarer Leistungsabfall entstand. Die Wechsel fügten sich nahtlos in das Mannschaftsgefüge ein und unterstrichen die Ausgeglichenheit des Kaders. Trainer Chris Nowak zeigte sich entsprechend zufrieden mit der konzentrierten Vorstellung seiner Mannschaft. Besonders positiv bewertete er, dass sich das Team weder von den ausgeglichenen Satzanfängen noch von personellen Veränderungen verunsichern ließ. Stattdessen blieb Eltmann bei seinem Spiel, arbeitete konsequent weiter und übernahm in den entscheidenden Phasen stets die Kontrolle.

Derby-Stimmung trotz klarer Verhältnisse

Auch wenn die erhoffte sportliche Spannung an diesem Abend ausblieb, erhielt das Derby von den Rängen den passenden Rahmen. Das Eltmanner Publikum sorgte erneut für eine großartige Atmosphäre. Vor allem die Trommler verliehen der Begegnung das entsprechende Feuer und trugen dazu bei, dass die Georg-Schäfer-Halle trotz des eindeutigen Spielverlaufs zur stimmungsvollen Derby-Kulisse wurde. Für die CERATONIA Volleys war der Erfolg zugleich das erhoffte nachträgliche Geburtstagsgeschenk für Rolf Werner, der wenige Tage zuvor seinen 70. Geburtstag gefeiert hatte und somit gleich noch einen Grund zur Freude hatte.

Weiterhin ohne Druck in der Spitzengruppe

Durch den Erfolg bleibt Eltmann vorerst Teil der Spitzengruppe. Über eine Anpassung der Saisonziele möchte im Umfeld der Mannschaft dennoch niemand sprechen. Stattdessen soll sich das Team weiterhin in Ruhe auf die spielerische Entwicklung und die nächsten Schritte konzentrieren. Auch wenn der eingeschlagene Weg stimmt, soll der klare Derbysieg weder zu überhöhten Erwartungen noch zu zusätzlichem Druck führen. Jedes erfolgreiche Spiel wird dabei vielmehr als ein weiterer Schritt in die richtige Richtung gesehen und es wird ebenso wichtig sein, sich auch von möglichen Rückschlägen nicht vom eigenen Konzept abbringen zu lassen. Getreu dem Motto„Trust the Process“ wollen die CERATONIA Volleys weiter konzentriert und hart arbeiten und dann sehen, was dabei am Ende der Saison herauskommt. Der Auftritt gegen Schwaig lieferte jedenfalls ein weiteres überzeugendes Argument dafür, diesem Prozess zu vertrauen und sollte dem Team zusätzliches Selbstvertrauen für das nächste Spiel gegen Regensburg verleihen.