Eltmann enttäuscht gegen Gotha

CERATONIA Volleys chancenlos gegen den Meister

Nach drei Erfolgen am Stück fand die Siegesserie der CERATONIA Volleys am vergangenen Samstag beim Heimspiel gegen Gotha ein jähes Ende. Trotz eines vielversprechenden Starts in die Partie gegen den amtierenden Meister musste man sich am Ende eingestehen, dass es derzeit noch zu viele Baustellen gibt, um mit den ganz Großen der Liga mithalten zu können.

Wie schon bei den Niederlagen gegen Grafing und Karlsruhe fehlte dem Team von Trainer Rakic auch gegen das Spitzenteam aus Thüringen die nötige Konstanz. So geht die Niederlage letztlich auch in der Höhe in Ordnung und zeigt deutlich auf, woran in den kommenden Wochen gearbeitet werden muss, will man das Saisonziel nicht schon frühzeitig aus den Augen verlieren. „Ich bin gerade noch etwas sprachlos, weil ich mir einfach nicht erklären kann, warum wir immer wieder so einbrechen und auf einmal gar nichts mehr funktioniert. Natürlich hat Gotha uns das Leben auch enorm schwer gemacht und uns eindrucksvoll gezeigt, dass wir momentan noch nicht auf dem Niveau sind, um mit ihnen mitzuhalten.“, so Kapitän Engel nach dem Spiel.

Eltmann nutzt Gothas einzige Schwächephase eiskalt aus

Die CERATONIA Volleys Eltmann starteten ohne größere personelle Veränderungen im Vergleich zum Spiel gegen Leipzig. Lediglich Tobi Werner rückte für Max Kolbe auf die Liberoposition. Vor rund 570 Zuschauern erwischten die Hausherren einen starken Start und fanden schnell die richtige Mischung aus Mut und Kontrolle. Mit druckvollen Aufschlägen und einer konsequenten Blockarbeit gelang es Eltmann immer wieder, Gotha unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu zwingen. Besonders der gegnerische Diagonalspieler kam kaum zur Geltung und wurde beim Stand von 12:11 folgerichtig ausgewechselt. Zwar brachte der eingewechselte Filippidis neuen Schwung ins Spiel der Gäste, doch Eltmann ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und machte den ersten Satz mit einem sehenswerten Block zum 25:19 perfekt.

Einbruch dieses Mal schon vor der Pause

Wer nach dem furiosen Auftakt bereits auf eine Sensation gehofft hatte, wurde kurz darauf herb enttäuscht. Der zweite Satz war kaum wenige Minuten alt, als Trainer Rakic beim Stand von 4:8 gezwungen war, seine erste Auszeit zu nehmen. Besonders über die Außenposition tat sich Eltmann nun schwer: Weder Stanic noch Stolle, noch der kurz darauf eingewechselte Engel fanden ein Mittel gegen den immer stabiler werdenden Block der Gäste. Gelang es Eltmann dann doch einmal, die Mauer zu überwinden, glänzte Gotha mit spektakulären Abwehraktionen und nutzte die daraus entstehenden Chancen eiskalt aus. So wuchs der Abstand immer weiter an und auch die zweite Auszeit beim Stande von 11:16 konnte nichts mehr daran ändern, dass der zweite Satz deutlich mit 25:16 an die Thüringer ging.

Nach der Pause keimte noch einmal Hoffnung auf: Eltmann fand besser ins Spiel, lief bis zur Satzmitte jedoch stets einem knappen Rückstand hinterher. Wann immer sich die Gelegenheit bot, den Ausgleich zu erzielen oder gar die Führung zu übernehmen, machten es sich die Gastgeber selbst zu schwer. Mehrfach vergab man beste Chancen, lud den Gegner durch eigene Fehler zum Punkten ein und sorgte mit der ein oder anderen Slapstickeinlage für ungläubiges Kopfschütteln auf den gut gefüllten Rängen. Trotz der vielen Fehler hielt Eltmann bis zum 15:16 gut mit, musste dann jedoch mitansehen, wie Zuspieler Krochmann eine famose Aufschlagserie startete und damit die Weichen für Gotha auf Sieg stellte. Von dieser Druckphase konnte sich Eltmann nicht mehr erholen und musste nahezu chancenlos zusehen, wie die Gäste weiter davonzogen und den Satz schließlich ungefährdet mit 25:19 für sich entschieden. „Wir haben bis zu dieser Aufschlagserie gut mitgehalten und hatten so viele Chancen, das Spiel zu drehen. Ich erinnere mich an so viele dumme Aktionen und unnötige Fehler, dass es eigentlich an ein Wunder grenzt, dass wir so lange noch gleichauf waren. Umso ärgerlicher ist es natürlich im Nachhinein, weil gerade in diesem Satz deutlich mehr drin gewesen wäre“, zeigte sich Mittelblocker Melf Urban nach der Partie enttäuscht und fassungslos.

Machtdemonstration in vierten Satz

Von dem bitteren Satzverlust konnte sich Eltmann leider nicht mehr erholen. Auch wenn Trainer Rakic noch einmal alles versuchte und mit Simunic, Engel und Färber neue Impulse setzen wollte, war die Messe an diesem Tag schnell gelesen. Besonders die Phase nach der zweiten Auszeit beim Stand von 11:16 sollte die CERATONIA Volleys zum Nachdenken anregen. Anschließend gelangen dem Team nur noch magere vier Punkte, und die Unsicherheit stand allen Spielern förmlich ins Gesicht geschrieben.

Duncan und Stolle sorgten im Anschluss mit zwei kuriosen Aufschlagfehlern sogar dafür, dass sich selbst der Gegner ein Grinsen nicht verkneifen konnte. In den übrigen Elementen brach das Team nun komplett ein und auch wenn die starke Leistung von Gotha das Ergebnis zweifellos mitbestimmt hat, wird sich Eltmann intern hinterfragen müssen, um die Ursachen für die Niederlage schnellstmöglich zu analysieren und Antworten auf die vielen aufgeworfenen Fragen zu finden. „Eine Niederlage gegen den Meister ist jetzt kein Weltuntergang, aber es fällt schon auf, wie oft wir in den letzten Wochen komplett auseinandergebrochen sind und uns fast kampflos aufgegeben haben. Man kann verlieren, aber nicht so. Ich erwarte zumindest die richtige Einstellung, den nötigen Kampf und absoluten Siegeswillen. Wenn sich jeder über das ganze Spiel den Arsch aufreißt und es am Ende einfach nicht reicht, ist das für mich in Ordnung. So etwas wie im letzten Satz kann ich aber nicht akzeptieren, und wir werden schnellstmöglich darüber sprechen müssen“, findet Trainer Rakic deutliche Worte. Zeit genug dafür sollte man in Eltmann jetzt erst einmal haben: Aufgrund des spielfreien Wochenendes bleiben dem gesamten Team nun zwei Wochen, um an Leistung und Einstellung zu arbeiten, bevor es am ersten Novemberwochenende gegen das nächste Spitzenteam aus Rottenburg geht.